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  • Monika

Nebennierenschwäche

Aktualisiert: Feb 27

Warum man alle 1,5 bis 2 Stunden etwas essen sollte und welche Rolle Glukose, Natrium und Kalium bei der Nierengesundheit spielen.


Über 80 Prozent aller Menschen bekommen mehrmals im Leben eine Nebennierenschwäche. Wer also dachte, mit diesem Thema hier nichts am Hut zu haben, der irrt sich womöglich.


Wenn die Nebennieren überstrapaziert und erschöpft sind, erleiden wir praktisch eine Art Nervenzusammenbruch und verhalten uns entsprechend wechselhaft. Unsere Nebennieren produzieren in diesem Fall entweder zu viel oder zu wenig Hormone. Gilt es noch die Frage zu klären, welche Aufgabe den kleinen Drüsen oberhalb unserer Nieren eigentlich zukommt?


      |Funktion


Während unsere Nieren als einer der körpereigenen Filter Zellabfälle und Giftstoffe an unsere Blase weiterleiten, um sie anschließend über den Urin auszuscheiden, gilt die Aufmerksamkeit dieses Organs vor allem den Zellklumpen an ihrer Oberfläche. Denn diese Zellklumpen sind für keine geringere Arbeit als die Produktion lebensnotwendiger Hormone verantwortlich.


Sie erzeugen zum Beispiel die Sexualhormone Östrogen und Testosteron aber auch Cortisol und Adrenalin und stehen somit praktisch auf dem Notfallplan eines jeden Organs unseres Körpers.


Überall dort, wo ein Organ seiner Funktion nicht mehr vollständig nachkommen kann, springen die Nebennieren, quasi als "Ersatzorgan" ein, indem sie Adrenalin in diesen Bereich pumpen. Das Hormon fungiert wie ein Notfallserum, welches mit jedem Gewebe des Körpers kompatibel ist.


Die Inanspruchnahme dieses Notfallserums, bedeutet für die Nebennieren auf kurz oder lang aber auch den Verlust der eigenen Funktionsfähigkeit. Denn wer Tag und Nacht durcharbeitet, kommt irgendwann an seine Belastungsgrenze. Die Folge: Instabile Hormonerzeugung.


      |Schlechter Einfluss


Das Problem an der schwankenden Hormonausschüttung der erschöpften Nebennieren ist, dass sie einen Einfluss auf andere Organe und Drüsen haben. So kann die mangelnde Nebennierenleistung zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse entzünden oder vergrößern, da diese nun mehr Arbeiten muss als sonst und dann ebenfalls einem Ermüdungszustand unterliegt.


Auch die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in das bioaktive Hormon T3 ist ohne ausreichende Cortisolmenge nicht möglich. Ein zu viel dieses Hormons schädigt wiederum das Herz, das daraufhin stärker pumpen muss, um den Cortisolspiegel im Blut konstant zu halten. Auch das Gehirn und das Zentralnervensystem geraten aus dem Gleichgewicht, wenn sich die Hormonverhältnisse im Körper durch geschwächte Nebennieren verändern. Es wird also deutlich, dass unsere Nieren und Nebennieren nicht nur still in der Ecke sitzen und Müll selektieren, sondern eng verwoben sind mit den restlichen Organen des Körpers.


Anzeichen einer Nebennierenschwäche


"Energiecrash" im ersten Teil des Tages: fehlende Nebennierenhormone führen zu ständiger Müdigkeit trotz ausreichenden Nachtschlafs.


Während der Arbeit müde, abends plötzlich aktiv: Drüsen halten Hormonreserven für eventuelle Stresssituationen zurück und geben sie in einer entspannten Umgebung frei.


Müde aber Probleme Einzuschlafen: Besonders die REM-Schlafphase (rapid eye movement) benötigt viele Nebennierenhormone. Wenn diese fehlen, kann dies zu Schlafstörungen führen.


Ständiges Schwitzen: das Hormonsystem ist fortwährend aktiv, um schwankende Hormonausschüttungen der Nebennieren zu kompensieren.


Heißhunger auf Salz, ständig durstig und/oder trockener Mund: Hohe Cortisolwerte zerstören Elektrolyte im Blut und Nervensystem. Konventionellen Getränken fehlt es jedoch an richtigem Verhältnis von Natrium, Glukose und Kalium, um Elektrolyte wieder aufzufüllen.


Verschwommene Sicht, Augenringe: Übermaß an Cortisol wirkt entwässernd.


Ständige Gier nach Stimulanzien: fehlendes Adrenalin führt zu Verlangen nach "Wachmachern" wie Zigaretten, Kaffee, Kekse oder auch Amphetaminen.


Der größte Feind der Nebennieren ist Stress - er zwingt die Drüsen zur Aussschüttung von Adrenalin. Auch starke Emotionen können ein Trigger für die Produktion dieses Hormons sein. Wie ich in einem anderen Artikel bereits beschrieben habe, gibt es laut Anthony William 56 verschiedene Adrenalinmischungen - 36 für alltägliche Situationen (Spazierengehen, Träumen, Stuhlgang) und 20 für seltene Gelegenheiten (Geburt, Trauern, Extremsport). Es gibt Adrenalinmischungen, die unserem Körper schaden, da sie ätzend wirken. Genau deshalb gilt es den Auslöser Nummer 1 dafür, Stress, so gut wie möglich zu vermeiden.


      |Genesung


Eine leichte Nebennierenschwäche kann mit den nachfolgenden Tipps in ein bis drei Monaten geheilt werden. Für eine mittelschwere Erschöpfung sollte man sich sechs bis zwölf Monate Zeit geben. Eine schwere Erkrankung der Nebennieren wird womöglich bis zu zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen.


Das Beste, was man den Nebennieren zu Gute kommen lassen kann, sind Mahlzeiten, die aus Glukose, Natrium und Kalium bestehen. Dieses Verhältnis an Nährstoffen versorgt unseren Körper so, dass ausreichend Elektrolyte und Neurotransmitter gebildet werden können. Der natürliche Zucker aus Früchten sorgt außerdem für die nötige Energie.


Damit die Nebennieren ihren eigentlichen Funktionen nachkommen können und nicht Adrenalin und Cortisol zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels freisetzen müssen, sollte alle eineinhalb bis zwei Stunden die Nährstoffkombi aus Zucker, Kalium und Mineralsalzen gegessen werden. So gönnen wir den kleinen Drüsen Entspannung und helfen ihnen somit beim Heilen.


Es müssen auch keine riesigen Mahlzeiten sein - kleine Snacks wie eine Dattel (Kalium), zwei Selleriestangen (Natrium) und ein Apfel (Glukose) oder eine Süßkartoffel (Kalium) mit Petersilie (Natrium) und Grünkohl (Glukose) sind absolut ausreichend, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.


Zu den Topfoods bei Nebennierenschwäche zählen übrigens Sprossen, Spargel, wilde Heidelbeeren, Bananen, Knoblauch, Brokkoli, Grünkohl, Himbeeren, Brombeeren, Römersalat sowie rote Äpfel.

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