Blattgemüse

Warum Salat eine gesunde Darmflora wesentlich mitbestimmt und was es mit dem Mythos "Rohkost = schwer verdaulich" auf sich hat.


Gäbe es einen Award für das langweiligste Lebensmittel, wäre Salat sicher ein Daueranwärter. Salat "genießt" einen eher schlechten Ruf und endet zumeist als traurige Beilage neben Steak, Nudeln oder Aufläufen.


Gäbe es jedoch auch für frisches Obst und Gemüse eine Nährwerttabelle, durch die ersichtlich wäre, welche Mineral- und Pflanzenstoffe sowie Vitamine und vor allem wie viele davon in dem betreffenden Obst oder Gemüse stecken, würde sich das Ansehen vieler Lebensmittel schnell ändern.


Um bei Salat zu bleiben: Auch der würde in der Gunst vieler Konsumenten steigen! Warum das so wäre, schauen wir uns jetzt einmal an.


|Höhere Biotika


So nennt Anthony William die lebenden Mikroorganismen, die auf der Schale und Haut von frischem, ungespritztem Obst und Gemüse leben. Blattsalate wie zum Beispiel Feldsalat, Spinat, Rucola, Kopfsalat, Endiviensalat oder Lollo Rosso besitzen durch ihre meist große Oberfläche/Auflagefläche besonders viele dieser Mikroorganismen.


Die höheren Biotika dienen guten Bakterien in unserem Darm als Nahrung und fördern somit ihr Wachstum. Sie tragen auch dazu bei, dass schlechte Bakterien vertrieben werden. Da schlechte Bakterien im Darm Säuren und Gase bilden, die den Körper mit der Zeit übersäuern können und auch Krankheiten wie Sodbrennen oder die Rückbildung von Zahnfleisch begünstigen, sind die höheren Biotika auf Blattgemüse ein nicht zu unterschätzender Vorteil.


|Verdauung


Ebenfalls vorteilhaft ist, dass Salate ähnlich wie zum Beispiel auch Melonen bereits über eine vorverdaute Form verfügen. Kurz um: Blattgemüse ist extrem leicht zu verdauen. Die Fasern der Salate bewegen sich entlang der Darmschleimhaut durch das Verdauungssystem, was zum einen einen massierenden Effekt auf die Darmwand hat. Zum anderen schrubben Salate dadurch auch festgebackene Mülldepots von der Darmwand und besitzen damit einen reinigenden Effekt.


Dass einige Menschen die Verdauung von rohen Lebensmitteln wie zum Beispiel Salaten sehr stark spüren und daher schlussfolgern, sie würden Rohkost nicht vertragen, ist so nicht ganz richtig. Anders als Obst und Gemüse berühren Fertiggerichte bzw. deren Inhaltsstoffe, Brot oder Eier nicht die Darmwand, sondern gleiten in der Mitte des Darms durch das gesamte Verdauungssystem.


Das macht diese Produkte natürlich zu sehr verdauungsfreundlichen Lebensmitteln, wenn es um das reine Körpergefühl geht. Gesundheitlich betrachtet sind diese Produkte allerdings eine Verdauungskatastrophe, da sie letztlich zu all den Darmkrankheiten führen, die wir kennen.


Wer die Putzeigenschaft von Blattgemüse sehr stark spürt, sollte zunächst langsam, mit kleinen Mengen beginnen. Wenn die Darmwand nicht mehr so verklebt ist, wird folglich auch der Verzehr von Rohkost angenehmer.


|Säure-Basen-Haushalt


Blattgemüse stärken die Magensäure, was dazu beiträgt, dass Viren und Bakterien abgetötet werden können und erst gar nicht in den Verdauungstrakt gelangen. Damit sorgen Salate für ein basisches Verhältnis im Darm. Aber nicht nur der Darm profitiert von dieser Wirkung. Auch das Lymphsystem wird durch die Inhaltsstoffe der Blattsalate gereinigt und somit entsäuert.


|Nährstoffe


Kommen wir zu guter Letzt also zu den eben erwähnten Inhaltsstoffen des Blattgemüses. Zu diesen Stoffen zählen besonders bioverfügbares Chrom, Jod, Schwefel, Magnesium, Calcium, Kalium, Mangan und Molybdän sowie verschiedene Mineralstoffe und eine Gruppe von Mineralstoff-Kofaktoren, die zu den Mineralsalzen gehören. All diese Stoffe tragen zur Bildung von Neurotransmittern und Elektrolyten bei und sind damit äußerst wichtig für die Gesundheit des Zentralnervensystems.


Auch ein hoher Gehalt an Vitamin A und B-Vitaminen, heilungsfördernden Alkaloiden sowie spezifische Formen von Chlorophyll und Carotinen stecken in dem vermeintlich langweiligen Lebensmittel. Diese Stoffe sorgen unter anderem für einen gesunden Hautton und liefern dem Organismus außerdem Sauerstoff.


Einer der überraschendsten Fakten über Salat ist wohl der, dass es das Lebensmittel mit dem für den Menschen bioverfügbarstem Eiweiß darstellt. Wer sich also Sorgen um seine Eiweißaufnahme macht, der sollte demnächst das Verhältnis zwischen Fleisch und Beilagensalat auf dem Teller vielleicht noch einmal überdenken.


Nicht nur wegen des hohen Eiweißgehalts der Blattgemüse, sondern auch aufgrund der restlichen Nährstoffe, sollte, laut Anthony William, pro Tag eine Menge von 500 Gramm dieses Lebensmittels gegessen werden, damit die optimale Unterstützung des Körpers gewährleistet ist.


Übrigens zählen zu den Blattgemüsen nicht nur klassische Salate wie Eisberg- oder Romanasalat - Rettich- oder Radieschenblätter, Petersilie, Brunnenkresse, brauner Senf frischer Koriander, Mangold und viele andere blättrige Lebensmittel gehören ebenfalls in diese Kategorie.

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