Blutabnahme

Warum beim Blutspenden nicht nur an die Kranken, sondern auch an die Spender gedacht werden sollte und was das Immunsystem mit unserem Blut zu tun hat.


So wirklich angenehm ist die Blutabnahme beim Arzt ja nicht. Sicher, ein paar Hartgesottene gibt es immer - bei der Mehrheit der Menschen schnellt der Puls aber womöglich schlagartig nach oben, wenn die Arzthelferin mit der Spritze in der Hand um die Ecke kommt. Über die Auswirkungen von Adrenalin auf unseren Körper habe ich bereits öfter geschrieben und auch in diesem Artikel kommen wir nicht ganz um dieses Thema herum. Das Hormon ist allerdings nicht das Hauptproblem beim Blutabnehmen/Blutspenden.


|Kritische Faktoren


Das Problem mit der Blutabnahme liegt nämlich vor allen Dingen an drei Punkten:


  1. Das Immunsystem befindet sich zu einem Großteil in unserem Blut und geht durch die Entnahme verloren

  2. Glukose, die sich im Blut befindet, wird dem Körper ebenfalls durch die Entnahme entzogen

  3. Das meiste Blut wird weggeschmissen


Gehen wir die Fakten also noch einmal einzeln durch:


Entgegen der allgemeinen Meinung befindet sich unser Immunsystem nicht im Darm, sondern in unserem Blut. Es wird in unseren Knochen und dem Knochenmark gebildet und gelangt von dort aus in unseren Blutkreislauf. Natürlich gibt es auch Immunzellen, die sich im Darm befinden; all unsere Organe verfügen über ein eigenes Immunsystem und somit dort befindliche Immunzellen. Der größte Teil der weißen und roten Blutkörperchen ist jedoch in unserem Blut beheimatet.


Bedenkt man, dass das Immunsystem dafür verantwortlich ist, Krankheitserreger, Schadstoffe aus der Umwelt sowie Strahlung und giftige Schwermetalle abzutöten und zu neutralisieren, ergibt es durchaus großen Sinn, dass sich unsere Immunzellen zu einem Großteil dort befinden, wo Eindringlinge als erstes in unseren Körper gelangen - in unserem Blut!


Unser körpereigenes Abwehrsystem übernimmt gleich zwei Rollen - es greift Fremdkörper und Eindringlinge aktiv an und scannt zudem Tag ein Tag aus unseren Körper auf Schadstoffe. Es agiert also gleichermaßen in der Offensive wie auch in der Defensive. Mit der "Lizenz zum Töten", die die weißen Blutkörperchen inne haben, nehmen sie auch eine Bürde auf sich. Stoßen die Leukozyten im Körper nämlich auf Viren, Bakterien oder Toxine, sammeln sie diese auf, indem sie sie sozusagen essen. Man könnte sich das vielleicht ein wenig wie bei Pac Man vorstellen. Auf diese Art werden die weißen Blutkörperchen allerdings geschwächt und ihre Lebensdauer verkürzt!


Kommen wir zunächst zu Punkt 2 der obigen Aufzählung.


Unser Gehirn benötigt nonstop Glukose, um die Funktion unseres Körpers aufrechtzuhalten! Ein Glukosedefizit von mehr als fünf Minuten würde das Gehirn nicht überleben. Manchmal reichen bereits wenige Sekunden ohne ausreichend Glukose, bis die betroffene Person in einen lebensbedrohlichen Bereich gelangt. Obwohl sowohl das Gehirn als auch die Leber über Glykogenspeicher, also letztlich einen Glukosevorrat verfügen, ist der bei den meisten Menschen so gering, dass dies im Notfall nicht ausreichen würde.


Gründe für geringe Glykogenspeicher in Gehirn und Leber können beispielsweise ständiges Adrenalin durch Stress oder extremen Sport, ein ungesunder Lebensstil mit zu viel Fett, Alkohol und Kaffee oder eine große Viren- und Schadstofflast im Körper sein.


Punkt 3 der Liste ist wohl der Schockierendste. Laut Anthony William würde für die allermeisten Blutuntersuchungen bereits ein erbsengroßer Tropfen Blut ausreichen. Bedenkt man, dass unser Immunsystem über Krankheit oder Gesundheit entscheidet, könnte man geradezu von Fahrlässigkeit sprechen, dass bei einer Blutabnahme grundsätzlich unnötigerweise zu viel Blut entnommen wird, das anschließend dann weggeschmissen wird. Die in diesem zu viel entnommenen Blut befindlichen Immunzellen würde die betroffene Person dringend brauchen, um ihren Gesundheitszustand zu verbessern bzw. aufrechtzuhalten.


|Rückbildung des Immunsystems


Zwischen drei und sechs Monate benötigt der Körper nach einer Blutabnahme in der Regel, um das Immunsystem wieder aufzubauen. Wer sich nicht wegen einer Routineuntersuchung Blut abnehmen lässt, sondern bereits Beschwerden mitbringt, der könnte durch die Blutentnahme eine Verschlimmerung der Symptome verspüren, da das Immunsystem die Krankheitserreger im Körper nicht mehr mit ausreichender Kapazität bekämpfen kann.


Um das Immunsystem wieder aufzubauen, empfiehlt William die tägliche Einnahme von flüssigem Zink Sulfat, Vitamin B-12, bestehend aus Methylcobalamin und Adenosylcobalamin sowie Vitamin C. Ingwer, Chaga Pilz, Knoblauch, Honig, Holunderbeeren(-saft) und Hagebutten unterstützen das körpereigene Abwehrsystem ebenfalls effektiv.


|Männer vs. Frauen


Neben den bereits genannten Faktoren, die bei einer Blutabnahme bzw. Blutspende beachtet werden sollten, gibt es noch einen weiteren Punkt. Dieser bezieht sich auf das weibliche und männliche Immunsystem. Die Gesundheit von Männern und Frauen MUSS nämlich komplett unterschiedlich beurteilt werden. Warum? Das Immunsystem von Frauen wird zweimal im Monat durch den Zyklus beeinträchtigt. Auch während einer Schwangerschaft und der Geburt sorgt ein riesiger Teil des Immunsystems für die Unversehrtheit der Frau und des Kindes. Auch die Nebennieren, die für die Produktion vieler Sexualhormone sowie von Adrenalin zuständig sind, beeinflussen das Auf und Ab des weiblichen Immunsystems.


Nicht zu vergessen: die Libido. Sie steht und fällt bei Frauen mit der Gesundheit der Nebennieren. Männer hingegen können völlig abgebrannte Nebennieren haben und trotzdem Lust empfinden. Auch ist das männliche Immunsystem ein Leben lang unbeeinflusst von anderen Körperfunktionen. Ob Blut abgenommen wird und wenn ja, wie viel, sollte also zwingend auch vom Geschlecht der betroffenen Person abhängig gemacht werden.


Kommen wir noch einmal zurück auf das anfängliche Szenario mit der Spritze und das damit verbundene Adrenalin. Der Einstich der Nadel signalisiert dem Körper bereits, dass sich ein Fremdkörper im Organismus befindet, woraufhin die Nebennieren eine Flut von Adrenalin durch den Körper schicken. Das allein schwächt das Immunsystem bereits, weshalb die oben genannten Faktoren unbedingt in Betracht gezogen werden sollten, wenn es um die Entscheidung geht, ob man sich Blut abnehmen lässt oder nicht bzw. wie viel Blut man sich abnehmen lässt. Anthony William empfiehlt für Kranke nicht mehr als ein Röhrchen; besser noch halbe Röhrchen. Für Menschen, die sich gesund fühlen sollten es dennoch nur maximal vier Röhrchen Blut sein. Auch hier gilt, den Arzt am besten fragen, ob halbe Röhrchen auch okay sind.


Zu den Faktoren, die das Immunsystem schwächen und damit eine Blutabnahme eher ausschließen, zählen:


Dehydrierung

Nährstoff- und Elektrolytmangel

Stress bzw. adrenalinfördernde Aktivitäten

Kaffeekonsum

Ungesunder Lebensstil (Fast-Food, Rauchen, Alkohol, etc.)

Krankheit (akut oder chronisch)

Schimmel


Außerdem sollten sich Betroffene fragen, wann ihnen zuletzt Blut abgenommen wurde und ob seitdem ausreichend Zeit war, sodass sich das Immunsystem wieder aufbauen konnte. Frauen sollten zudem darauf achten, wo sie sich in ihrem Zyklus befinden. Eine Woche nach der Periode, also zu Beginn eines Zyklus, wäre ein möglicher Zeitpunkt für eine Blutabnahme. Auch das Körpergewicht sollte in Bezug zur Blutmenge, die abgenommen werden soll, gesetzt werden. Eine Woche vor einer Blutabnahme rät Anthony William dazu auf Lebensmittel wie Kaffee zu verzichten, Fett zu reduzieren und stattdessen den Organismus mit Selleriesaft, Melonen und Spinatsuppe zu hydrieren.


|Blutspende


Blutspenden sind wichtig, jedoch sollten auch hier die bereits erwähnten Faktoren bedacht werden. Wer selbst krank ist, sollte, so ehrenhaft eine Blutspende auch ist, zunächst an sich selbst denken. Nur ein ausreichend vorhandenes Immunsystem kann die Genesung von Beschwerden herbeiführen. Und dieses Immunsystem geht durch die Spende eben verloren.


Ein weiterer wichtiger Punkt im Zusammenhang mit Blutabnahmen und -spenden sind pathogene Keime. Die werden durch das entnommene Blut nämlich leider nicht aus dem Körper verbannt. Pathogene halten sich meist nur kurz in unserem Blut auf, nämlich dann, wenn sie in den Körper eindringen. Danach verziehen sich Pathogene in Organe oder bohren sich in Gewebe ein.


Geht nun durch eine Blutabnahme oder -spende ein großer Teil unseres wichtigen Immunsystems verloren, haben die im Körper befindlichen Krankheitserreger leichtes Spiel! Es wird also deutlich, dass etwas vermeintlich harmloses wie eine Blutabnahme/Blutspende beim Arzt den Gesundheitszustand einer Person durchaus negativ beeinflussen kann und deshalb die in diesem Artikel beschriebenen Faktoren in eine solche Entscheidung mit einbezogen werden sollten.

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